Naturpark Dübener Heide

Der Naturpark Dübener Heide

Der Naturpark Dübener Heide

Unweit der Toren der Lutherstadt Wittenberg beginnt das Gebiet der Düberner Heide, welche zu den jüngsten Naturparks in Deutschland gehört. Zur Historie dieses Landschaftsparks gehört es, dass er sein eigentliches Entstehen einer Bürgerinitiative zu verdanken hat. Der Hauptbeweggrund war, das Voranschreiten und die weitere Ausbreitung des benachbarten Braunkohlebergbaus zu verhindern. Kurz nach der politischen Wende entstanden um das Jahr 1990 die ersten Bürgerinitiativen, die es sich zur Aufgabe machten, die noch vorhandenen Heidelandschaften zu schützen und für die nachfolgenden Generationen zu bewahren.

Der Naturpark Dübener Heide
Der Naturpark Dübener Heide

Der über eine Fläche von 75.000 Hektar große Landschaftspark, erstreckt sich vom Südosten Sachsen-Anhalts bis in den Nordwesten Sachsens. Er befindet sich im direkten Einzugsgebiet der umliegenden größeren Städte wie Leipzig, Halle, Dessau, Bitterfeld und Torgau. Auch von der Bundeshauptstadt Berlin ist mit nur einer Stunde Fahrzeit gut erreichbar. So ist dieses Landschaftsgebiet mittlerweile für eine Vielzahl von Menschen zu einem herausragenden Naherholungsgebiet geworden, dessen Wald-, Seen- und Moorlandschaften zu ausgiebigen Wandertouren und Spaziergängen einladen. Heute durchzieht ein Netz von nahezu 1.000 Kilometern an ausgeschilderten Fuß- und Fahrradwegen den Landschaftspark, sodass ein Großteil der Fläche zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet werden kann. 66 Prozent des Gebietes bestehen aus Wald, 29 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, 2 Prozent entfallen auf Gewässer aller Art und ein weiteres Prozent nehmen die gewerbliche Nutzung und Infrastruktur für sich in Anspruch.

Ein Bürgerverein wird zum Geburtshelfer eines Landschaftsparks

Der heutige Träger dieses Landschaftsparks ist der bereits 1930 gegründete Dübener Heide e. V. Bereits in seiner Gründungsphase machten es sich die Mitglieder zur Aufgabe, die dort beheimatete Pflanzen- und Tierwelt zu schützen. Des Weiteren kümmerten sie sich auch um die touristische Erschließung des Gebietes, um so ein weiteres Standbein der Regionalentwicklung dieses Gebietes zu schaffen, abseits des damals schon vorhandenen Braunkohlebergbaus.

Fotografieren im Landschaftspark
Fotografieren im Landschaftspark

Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Gründung der DDR kamen diese Pläne allerdings vollständig zum Erliegen. Die latente Rohstoffknappheit und der Devisenmangel der DDR trugen in den weiteren Jahren zur zusätzlichen Forcierung des Braunkohlebergbaus bei, welche zu Ungunsten des Natur- und Umweltschutzes ausfiel. Nicht nur zahlreiche alte gewachsene Gemeinden und Dörfer verschwanden endgültig von der Landkarte, sondern auch umfangreiche Landschaftsgebiete mit ihrer Flora und Fauna. Aus diesem Grund erfolgte am 31. März 1990 die Neugründung des Vereins, um die noch verbleibenden Reste des Lebens- und Erlebnisraumes zu erhalten. Dieses engagierte Bemühen führte schließlich 1992 zur Gründung des Landschaftsparks, welche durch die Vereinbarung der Umweltminister der Bundesländer von Sachsen und Sachsen-Anhalt in jenem Jahr festgelegt wurde. Zugleich wurde der Verein Dübener Heide zum anerkannten Träger dieses Gebietes. Bis heute hat sich dieser die Strukturen eines Bürgervereins bewahren können, in dem rund 400 Mitglieder aus 13 Ortsgruppen und einer Interessengemeinschaft vereinigt sind. Um die Finanzierung des Naturgebietes auch längerfristig und zuverlässig sicherstellen zu können, bemühen sich einige Mitglieder in Form eines öffentlichen Crowdfunding-Projekts, neue Arten von Wertschöpfungspartnerschaften und regionale Kofinanzierungspools zu erstellen. Diese neue Form der Regionalentwicklung soll die weitere Finanzierung so unabhängig von staatlichen Geldern wie möglich gestalten und zur einer noch größeren Akzeptanz in der Öffentlichkeit führen. Heute ist der Verein sowohl Mitglied im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine sowie im Verband Deutscher Naturparke.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *